Sirene

Bei einer mechanischen Sirene (auch Motorsirene) wird eine schaufelradähnliche Trommel (der sogenannte Rotor) durch einen Elektromotor gedreht. Um diese Trommel ist ein unterbrochenes Gehäuse (der sogenannte Stator) angeordnet. Durch das Drehen der Trommel wird der entstehende Luftstromlaufend abgeschnitten und erzeugt einen Ton. Die Tonhöhe hängt von der Drehzahl und der Zahl der Schaufeln, den sogenannten Ports der Trommel ab.

Die Tonhöhe einer Sirene in Hertz berechnet sich aus den Umdrehungen pro Sekunde multipliziert mit der Anzahl der Ports. Die hier gezeigte Motor-Sirene vom Typ E57 mit 9 Ports (deutsche Standardsirene) heult mit einer Lautstärke von 101dB in 30 Meter Entfernung und einer Tonhöhe von 420 Hz bei 2800 Umdrehungen pro Minute. Ihr Ton ist in ländlichen (dünnbesiedelten) Gebieten in 600 m Entfernung mit ca 70 dB(A) hörbar. In dicht bebauten Gebieten wie Industriezonen oder in Regionen mit mehrstöckigen Gebäuden kann mit der E57 nur noch eine Reichweite von ca 350m (70dB(A)) erzielt werden.

Die Sirenensteuerung

Sirenen werden heute entweder über Funk oder per Druckknopfmelder ausgelöst. Bei den Druckknopfmeldern befindet sich eine direkte Drahtverbindung zwischen Melder und Sirenensteuergerät. Löst jemand also den Druckknopfmelder aus, läuft sofort die Sirene mit dem entsprechenden Sirenensignal (bei öffentlichen Sirenen in der Regel "Feueralarm") an. Der Alarmgebende sollte sich dann beim Druckknopfmelder aufhalten, um die Feuerwehr einzuweisen.

Um Sirenen auch aus größerer Entfernung zu aktivieren (i. d. R. über Leitstellen), bedient man sich der analogen oder digitalen Funkalarmierung. Hierbei wertet ein Sirenensteuerempfänger ein entsprechendes Funksignal - in analogen Netzen eine  5 Ton Folge, in digitalen einen Radio Identification Code (RIC) - aus und regelt die Auslösung der Sirene mit dem jeweiligen Sirenensignal. Dabei ist bei der immer noch weit verbreiteten analogen Alarmierung für die Auslösung der Sirene nicht nur die 5-Ton-Folge entscheidend, sondern auch ein Doppelton (Überlagerung zweier Töne mit jeweils unterschiedlicher Frequenz aber gleichem Lautstärkepegel), der im Anschluss an die 5-Ton-Folge für mindestens zwei Sekunden klar empfangen werden muss (gesendet wird er für fünf Sekunden). Dieser Doppelton entscheidet letztendlich, welches Sirenensignal ausgelöst wird. Die Doppeltöne setzen sich entsprechend der Sirensignale wie folgt zusammen:

  • Sirenenprobe (1x15 Sekunden Dauerton): 675 Hz und 1860 Hz
  • Feueralarm (3x15 Sekunden Dauerton): 675 Hz und 1240 Hz
  • Warnung (3 Minuten gleich bleibender Dauerton): 675 Hz und 825 Hz
  • Alarm (1 Minute auf- und abschwellender Heulton): 1240 Hz und 1860 Hz
  • Entwarnung (1 Minute gleich bleibender Dauerton): 825 Hz und 1860 Hz

Somit ist es möglich, die einer Feuerwehr zugehörige Sirene auf dieselbe 5-Ton-Folge wie die der Meldeempfänger der Feuerwehrleute zu programmieren, da sie im Gegensatz zu diesen nicht immer sofort automatisch auslöst, wenn die entsprechende 5-Ton-Folge empfangen wird. Nur bei bestimmten Alarmszenarien kann die Leitstelle zusätzlich zur 5-Ton-Folge einen Doppelton senden, der dann nicht nur die Meldeempfänger, sondern auch einen kurzen Augenblick später die Sirene anlaufen lässt.

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